Transferinstrumente

Zahlreiche Instrumente unterstützen den Wissens- und Technologietransfer. Wichtig bei der Auswahl des Transferinstrumentes ist, dass man auch die Übertragung von personengebundenem Wissen berücksichtigt. Unter diesem Gesichtspunkt sind all jene Transferinstrumente besonders wirksam, bei denen ein direkter Kontakt zwischen den verschiedenen Partnern eines Wissens- und Technologietransfers vorhanden ist.
Instrumente des Wissens- und Technologietransfers dienen dazu, die einzelnen Partner zu verbinden und so die Innovationsfähigkeit der beteiligten Unternehmen zu verbessern. Je nach Wissensbedarf und Komplexität ist eine Kombination verschiedener Instrumenten mit dem Ziel einer längerfristigen Kooperation am zielführendsten. Zur erfolgreichen Anwendung der Transferinstrumente müssen auf Seiten des Technologieanbieters die entsprechenden Voraussetzungen und Anreize geschaffen werden. Der Technologienachfrager sollte mit den Instrumenten des Wissens- und Technologietransfers vertraut sein und sie in den Innovationsprozess einbauen.

Die Auswahl der geeignetsten Instrumente hängt auch von der Zielsetzung und der Erfahrung der beteiligten Partner ab. Ein wichtiger Bestandteil des Wissens- und Technologietransfers ist in vielen Fällen auch die Übertragung von Wissen zur effektiven Nutzung einer Technologie. Dieses Wissen ist sehr stark an Personen gebunden und damit nur schwer dokumentierbar. Deshalb sind all jene Transferinstrumente besonders wirksam, bei denen ein direkter Kontakt zwischen den verschiedenen Akteuren des Wissens- und Technologietransfers vorhanden ist.

Die wichtigsten Instrumente des Wissens- und Technologietransfers können in folgenden Kategorien zusammengefasst werden:

Aus- und Weiterbildung:

Diese Kategorie bietet vielfältige Transfermöglichkeiten. So können z.B. praktische Erfahrungen in Lehrveranstaltungen (z.B. durch Gastvorträge) und wissenschaftliche Prozesse (z.B. Kommunikation des Forschungsbedarfes durch Teilnahme an Forschungskolloquien) integriert werden. Zusätzlich kann Wissen (z.B. Wissen zur Nutzung einer bestimmten Technologie) an die Transferpartner in Form von Seminaren, Schulungen und Trainings weitergeben werden.

Insbesondere für die Übertragung von stark an Personen gebundenem Wissen sowie zum Abbau von Barrieren ist das Instrument Personalaustausch zu empfehlen: Wissenschaftler arbeiten vorübergehend in Unternehmen und können so praktische Problemstellungen und Erfahrungen in ihre Forschungstätigkeit einfließen lassen. Mitarbeiter von Unternehmen arbeiten im Gegenzug an wissenschaftlichen Institutionen, lernen wissenschaftliche Arbeitsweisen kennen und können sich gleichzeitig weiter qualifizieren.

Wissenschaftliche Kommunikation: Forschungsergebnisse werden in wissenschaftlichen Magazinen publiziert, auf Kongressen präsentiert oder in öffentlichen Vorträgen vorgestellt. Diese Informationen sind meist nicht direkt für Unternehmen anwendbar, aber oft der Anstoß zu Wissens- und Technologietransferaktivitäten.

Dienstleistungen: In dieser Kategorie werden klassische Instrumente wie Beratungsleistungen oder Gutachtertätigkeiten zusammengefasst.

Projektbezogene Instrumente: Das klassische projektbezogene Transferinstrument ist Auftragsforschung. Hier vergibt der Wissens- und Technologienachfrager einen Auftrag an eine Forschungseinrichtung und bekommt die dokumentierten und aufbereiteten Forschungsergebnisse zurück.

Eine Abwandlung davon ist die sog. Gemeinschaftsforschung, bei der Mitarbeiter von Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam an einem Forschungsprojekt arbeiten. Durch die Zusammenarbeit wird auch personengebundenes Wissen weitergegeben. Diese Form der Zusammenarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Weitere empfehlenswerte Instrumente in dieser Kategorie sind Diplomarbeiten, Dissertationen und Studentenprojekte als relativ kostengünstige Alternative. Diplomarbeiten, Dissertationen und Studentenprojekte führen aber erfahrungsgemäß nur dann zum gewünschten Ergebnis, wenn die Arbeiten direkt im Unternehmen durchgeführt werden und sowohl von der wissenschaftlichen Seite als auch von Unternehmensseite intensiv und kompetent betreut bzw. begleitet werden.


Innovationsnetzwerke:


Eine Vertrauensbasis ist eine entscheidende Voraussetzung für Kooperationen, sowohl zwischen-betrieblicher Art als auch zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Innovationsnetzwerke bestehen aus verbundenen Organisationen die Innovationen in enger Kooperation realisieren und regelmäßig miteinander zusammenarbeiten. Der Mehrwert des Netzwerks entsteht durch gemeinsames Lernen sowie durch Wissens- und Technologietransfer. Wesentliche Vorteile von Innovationsnetzwerken liegen im Zugriff auf sich ergänzendes Wissen und auf zusätzliche Ressourcen. Dadurch können Transaktionskosten gesenkt werden und wird eine gemeinsame Wissensbasis aufgebaut.

Gerade die direkten Kontakte zwischen Wissenschaftlern und Unternehmern oder auch über Angestellte der Transferstellen erfolgen nicht nur in formellen Kanälen, sondern stets auch –und oft parallel – auf informellen Wegen. Innovationsnetzwerke unterstützen diesen informellen Wissenstransfer. Oft fehl Unternehmen nur eine einzige Information zum Erfolg, die sie dann rasch über persönliche Kontakte im Innovationsnetzwerk erhalten können.

Unternehmensgründung: Da Wissens- und Technologietransfer am besten über Köpfe funktioniert, sind Unternehmensgründungen der Wissensträger selbst ein zielführendes Instrument: z.B. Spin-off einer Forschungseinrichtung, Gemeinschaftsunternehmen von Industrie und Forschung etc.

Schutzrechte: Technologisches Wissen wird häufig in Form von Patenten oder Gebrauchsmustern dokumentiert und geschützt. Häufig werden geschützte Technologien anderen Unternehmen gegen Lizenzgebühren zur Verfügung gestellt. Diese Form des Technologietransfers kann nur in Kombination mit anderen Transferinstrumenten (z.B. Schulung zur Anwendung und Weiterentwicklung der Technologie) empfohlen werden.