Rollen und Akteure

Aus traditioneller Sicht gibt es drei wichtige Rollen im Technologietransfer: Technologieanbieter, Technologienachfrager und Transfermittler. Die moderne Sichtweise des Wissens- und Technologietransfers ergänzt dazu die Rolle des Netzwerkmoderators und betont, dass alle Akteure zu verschiedenen Themen und Zeitpunkten verschiedene Rollen einnehmen können: so kann ein Unternehmen z.B. in einem Projekt als Technologienachfrager auftreten und in einem anderen Zusammenhang auch Wissensanbieter sein.

Nach dem modernen Verständnis von Wissens- und Technologietransfer sind bei erfolgreichen Transferaktivitäten typischerweise folgende Rollen unterscheidbar:

Wissens- und Technologieanbieter: beschäftigen sich mit der Entwicklung von Wissen und neuen Technologien. Typischerweise treten folgende Akteure als Wissens- und Technologieanbieter auf: Universitäten, Fachhochschulen, Private/halböffentliche Forschungseinrichtungen, Erfinder, Unternehmen

Wissens- und Technologienachfrager: sind typischerweise innovative Unternehmen, die für Entwicklung von neuen Produkten oder Dienstleistungen externes Wissen und/oder neue Technologien benötigen:

Transfermittler: sind Organisationen deren Hauptzweck es ist, Wissens- und Technologienachfrager mit Wissens- und Technologieanbietern zusammen zu bringen. Dabei können drei Grundtypen unterschieden werden:

  • „Forschungsnahe“ Transfereinrichtungen im Bereich der Wissenschaft, wie z.B. Transferstellen an den Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
  • „Wirtschaftsnahe“ Einrichtungen mit Transferaufgaben, wie z. B. Industrie- und Handelskammern und Industrieverbände.
  • Eigenständige, intermediäre Transfereinrichtungen, die zwischen den Anbietern und Nachfragern von Technologien angesiedelt sind. Dazu zählen insbesondere: Technologie- und Gründerzentren, Transferagenturen und Informationszentren.

Netzwerk-Moderator: Person oder Organisation, deren zentrale Aufgabe die Initiierung und Aufrechterhaltung von Aktivitäten im Innovationsnetzwerk ist. Erfahrungsgemäß funktionieren Innovationsnetzwerke nur dann, wenn es zumindest einen zentralen Treiber gibt.

Wissenschaftliche Untersuchungen erfolgreicher Wissens- und Technologietransferprojekte zeigen, dass die tatsächliche Bedeutung von Forschungseinrichtungen in der Praxis anscheinend geringer ist, als in theoretischen Konzepten. Vertikale Kooperationspartner wie Zulieferer und Abnehmer, aber auch unternehmensnahe Dienstleister haben demnach einen größeren Stellenwert bei der Unterstützung betrieblicher Innovationsprozesse als Forschungseinrichtungen.