glossar

Fachbegriffe rund um Technologie- und Wissenstransfer kurz erklärt.
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Kaizen

Kaizen ist ein japanisches Managementprinzip das etwa so viel meint wie "Veränderung zum Besseren". Nach der Kaizen Philosophie werden unter Einbeziehung aller MitarbeiterInnen und MangerInnen die Prozesse und Abläufe eines Unternehmens in kleinen Schritten laufend verbessert und optimiert. "Kleine Schritte" bedeutet dabei, dass nicht auf Verbesserungssprünge durch tiefgreifende Innovationen Wert gelegt wird, sondern auf einfache und wenig spektakuläre Verbesserungsvorschläge, die ernst genommen und umgesetzt werden. Viele Unternehmen haben dieses Prinzip unter den TitelKVP eingeführt.

Kartographiesysteme

Unter Kartographiesystemen versteht man Visualisierungswerkzeuge, die als Alternative zur rein textlichen Vermittlung von Informationen und Wissen, Zusammenhänge und Strukturen grafisch darstellen. Darunter fallen alle möglichen Formen der Visualisierung, welche die Vermittlung und Darstellung von Inhalten bzw. Inhaltsträgern vereinfachen, wie Beispielsweise Navigationssysteme, hyperbolische Bäume zur Darstellung von hierarchischen Informationsstrukturen, Wissenslandkarten oder Mind Maps.

Kernkompetenz

Der 1990 von den Wirtschaftstheoretikern C.K. Prahalad und Gary Hamelein geführte Begriff Kernkompetenz beschreibt den Umstand, dass ein Unternehmen sich bestimmte Fähigkeiten in einzigartiger Weise zu Eigen gemacht hat, um sie im Rahmen seiner Marktaktivitäten wertschöpfend einzusetzen. Die Kernkompetenz bildet die Basis für das dauerhafte Überleben und zielgerichtete Agieren einer Organisation am Markt.

KMU

KMU ist die Abkürzung für "Kleine und Mittlere Unternehmen". Nach der Definition der Europäischen Union fallen alle Unternehmen mit max. 250 MitarbeiterInnen und einem Umsatz von max. 50 Milionen Euro unter diese Gruppe von Unternehmen. Die österreichische Wirtschaft besteht zu ca. 99, 5% aus solchen Unternehmen.

Knowledge Management

Knowledge Management oder Wissensmanagement stellt das vorhandene und benötigte Wissen eines Unternehmens in den Vordergrund. Jede/r UnternehmerIn / MitarbeiterIn verfügt über Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen und Wissen über Produkte, Märkte, Branchen, KundenInnen, LieferantInnen, Abläufe und Prozesse, Maschinen, etc.. Wissensmanagement steuert sämtliche Aktivitäten, die, abgeleitet von den Unternehmensstrategien und?zielen, auf eine optimale Identifizierung, Nutzung, Beschaffung und Entwicklung dieses Wissens abzielen.

Knowledge Miner

Ein Knowledge Miner ist ein Tool, das Recherchen für die persönliche Informationsversorgung ermöglicht. Die gefundenen Dokumente werden visualisiert und ein Push-Dienst für individuelle Wunschthemen sucht selbständig nach qualifizierten Inhalten, ohne dass der User aktiv werden muss.

Knowledge Repository

Das Knowledge Repository in einem Unternehmen umfasst alle Bereiche, die mit der Ablage und Speicherung von Wissenselementen zusammenhängen.

Knowledge Retrieval

Knowledge Retrieval ist der Sammelbegriff für die unterschiedlichen Methoden zur Integration von Speichermedien bzw. Wissenselementen in großen Datenbeständen. Es beschäftigt sich mit computergestütztem inhaltsorientiertem Suchen anhand von vorgegebenen Strukturen (zB Regelmäßigkeiten, Abhängigkeiten, Trends).

Knowledge Spillover

Externe (positive) Effekte, die entstehen, wenn spezifisch generiertes Wissen nicht nur selbst genutzt wird, sondern durch die Anwendung in anderen Organisationen auch deren Produktivität erhöht.

Kognitiv

Auf das menschliche Gedächtnis bezogen meint kognitiv alle jene mentalen Prozesse, die mit dem Verstand erfasst werden. Das umfasst sowohl Faktenwissen, als auch die kreative Anwendung von Wissen und das Lösen von Problemen.

Kollaboratives Lernen

Unter kollaborativem Lernen versteht man eine Lehr- und Lernmethode, bei der sich Teilnehmende, auch mit unterschiedlichen Vorerfahrungen bzw. Vorwissen, in kleine Gruppen zusammenschließen um gemeinsam an Lernaufgaben zu arbeiten und voneinander zu lernen. Bei dieser Methode geht man davon aus, dass durch Lernen in Teams ein höherer Lernerfolg generiert wird und daneben auch noch die Kooperations- und Teamfähigkeit geübt werden.

Kollektives Wissen

Das vorhandene Wissen von mehreren Personen in einem Team, einer Abteilung oder Organisation nennt man kollektives Wissen. Im Gegensatz zum individuellen Wissen benötigt man für das kollektive Wissen und dessen optimale Nutzung eine klare und nachvollziehbare Informations- und Kommunikationsstruktur.

Kollektives Wissensmanagement

Die handelnden Personen im Wissensmanagement sind eine Gruppe, die Ausrichtung erfolgt auf persönliche Ziele.

Kommunikation

Kommunikation bedeutet das wechselseitige Austauschen von Informationen. Im Alltagsleben verstehen wir unter Kommunikation den wechselseitigen Austausch von Gedanken mit unterschiedlichen Mitteln und Medien wie Sprache, Gestik, Mimik, Schrift, Musik oder Bild. (vgl.auch asynchrone und synchrone Kommunikation).

Kommunikationstechnologien

Unter diesem Begriff fasst man alle neuen Technologien zusammen, die  für die technisch gestützte Kommunikation verwendet werden. Üblicherweise werden unter diesem Begriff auch alle diese Technologien subsummiert, die den Austausch von analogen und digitalen Daten ermöglichen (vgl. IT).

Kompetenz

Kompetenzen können als Kenntnisse und Fertigkeiten sowie als der gezielte Einsatz eben jener zur erfolgreichen Bewältigung von Aufgaben und/oder Problemen aufgefasst werden. Kompetenz umfasst nicht nur inhaltliches bzw. fachliches Wissen und Können, sondern auch außerfachliche bzw. überfachliche Fähigkeiten, wie zum Beispiel Methodenkenntnisse, soziale Fähigkeiten oder kommunikative Fähigkeiten.

Kompetenzzentren

In Kompetenzzentren werden gezielt Fähigkeiten gebündelt und weiterentwickelt. ExpertenInnen, Ideen und Projekte zu verwandten Themen und verschiedener Ansätze (zum Beispiel in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Produktion oder F&E) werden hier zusammengeführt, Ideen und Innovationen erarbeitet und Spezial-Know How aufgebaut.

Konstruktivistisches Lernen

Bei konstruktivistischem Lernen wird das Lernen als aktive Wissenskonstruktion auf der Basis der eigenen Werte, Überzeugungen, Muster und Vorerfahrungen gesehen. Neues Wissen wird dabei an die vorhandenen individuellen Konstrukte angeschlossen oder die bestehende Konstrukte werden erweitert. Beim Lernen konstruiert die Lernende in einem kreativen Prozess ihr Wissen aus den angebotenen Informationen und wird dazu angeregt, ihre Konstruktionen von Wirklichkeit in diesem Prozess zuüberprüfen, zu bestätigen, zu verwerfen oder weiterzuentwickeln. Lernen passiert dabei von innen heraus in einem explorativen und vergleichenden Prozess, dessen Motivation innengesteuert ist. Man wird nicht zum Lernen motiviert, man lernt von selbst alles das was in der gegeben Situation lebensdienlich und nützlich ist.

Kontextwissen

Kontextwissen ist das Wissen über Zusammenhänge zwischen einzelnen Wissensgebieten. Im Unternehmensumfeld wird unter Kontextwissen das Wissen um die Auswirkungen der eigenen Arbeit auf andere Abteilungen, Bereiche oder das gesamte Unternehmen verstanden.

Kreativer Wissensarbeiter

Arbeitet an sich nicht wiederholenden und komplexen Aufgaben, die schwierig zu evaluieren sind (d. h. das Ergebnis ist schwer messbar). Er erhält keine klaren Vorgaben, was die zu erfüllenden Aufgaben sind, sowie keinen vorgegebener Arbeitsprozess. Kreative Leistung und Wissensvorantreibung stehen im Mittelpunkt. Wissen ist sowohl der Input als auch der Output eines kreativen Wissensarbeiters.

Kreativität

Mit Kreativität wird die Fähigkeit des schöpferischen Denkens und Handelns, die Fähigkeit zur Produktion neuer Ideen und Problemlösungen bezeichnet. Ursprünglich wurde der Begriff in Bezug auf die Fähigkeiten von Künstlern verwendet, Kunstwerke aus ihrer eigenen Vorstellungswelt heraus zu schaffen. In den letzten Jahren wird aber immer mehr Augenmerk darauf gelegt, dass Kreativität eine wichtige Eigenschaft einer Person auf dem Weg zur Produktion von Wissen sein kann, das für das Unternehmen von Nutzen ist. Daher gewinnt die Erforschung kreativer Prozesse und das Initiieren solcher Prozesse, etwa mit Hilfe von Kreativitätstechniken, immer mehr an Bedeutung.

Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken sind Methoden und Instrumente die einerseits das Erkennen von Problemen, die Problemanalyse und die Suche nach Lösungsalternativen unterstützen. Andererseits werden Sie zur Innovationsproduktion und zur Weiterentwicklung von Produkten und Organisationen, individuell aber auch in Gruppen, angewendet. Beispiel für Kreativitätstechniken ist das Brainstorming, Mind Mapping aber auch die Zukunftswerkstatt.

Kunden-Informationssysteme

Mit Hilfe von Kunden-Informationssystemen lassen sich Kaufverhalten und Produktpräferenzen der Kunden sowie die Kundenstruktur, mögliche regionale, altersbedingte oder andere Kundenunterschiede identifizieren. Das Ziel ist es, mögliche Kunden, Kundenbedürfnisse und -wünsche zu identifizieren, um so rasch auf Veränderungen und Bedingungen des Marktes reagieren zu können.

Kundenorientierung

Kundenorientierung (engl. Clienting) ist eine Erfindung des Unternehmensberaters Edgar Geffroy und bedeutet, sämtliche Unternehmensaktivitäten auf die Optimierung des Nutzens für den Kunden auszurichten. Für die Umsetzung dieses Ansatzes in der betrieblichen Praxis ist es eine Voraussetzung, dass alle MitarbeiterInnen sowohl eine profunde Kenntnis über die eigenen Produkte und Dienstleistungen besitzenwie auch in der Lage sind, Anforderungen der Kunden an die Produkte und Dienstleistungen zu (er)kennen. Dabei ist der Kunde nicht nur der klassische externe Kunde. Auch interne Kunden gilt es zu kennen und deren Wünsche bestmöglich zu befriedigen. Ein Beispiel für solche internen Kundenbeziehungen ist z.B. die IT Abteilung, die als Dienstleister alle anderen Abteilungen im Unternehmen als ihre Kunden ansieht.

Kundenwissen

Für das Unternehmen, insbesondere für Wissensmanagementaktivitäten des Unternehmens ist nicht nur das Wissen über die Kunden, sondern auch das Wissen von den Kunden, sowie deren Ideen und Bedürfnisse, von Bedeutung.

Künstliche Intelligenz

Die Künstliche Intelligenz (KI) auch Artificial Intelligence (AI) befasst sich einerseits mit der Konstruktion informationsverarbeitender Systeme, die"intelligente"Leistungen erbringen, also Probleme selbsttätig lösen und aus der eigenen Erfahrung lernen können. Andererseits aber auch mit der Modellierung menschlicher kognitiver Fähigkeiten mit Hilfe informationsverarbeitender Systeme. Die Forschung, Entwicklung und Anwendung der KI verfolgen das Ziel, die Vorgehensweisen der Informationsaufnahme und der Informationsverarbeitung so wie das menschliche Problemlösungsverhalten so zu verstehen, dass es maschinell umsetzbar ist um daraus Methoden zur qualitativen Verbesserung und Anreicherung von Systemen der Informatik abzuleiten.

KVP

Mit KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) wird die ständige Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten in sämtlichen Unternehmensbereichen durch alle MitarbeiterInnen eines Unternehmens bezeichnet. Diese Suche nach immer neuen Möglichkeiten der Verbesserung in kleinen Schritten wird abgeleitet vom japanischen Managementprinzip Kaizen und steht oft im Zentrum des betrieblichen Qualitätsmanagements.