Wissens- und Technologietransfer

In einem modernen Verständnis wird der Begriff Technologietransfer um die Wissenskomponente zu Wissens- und Technologietransfer erweitert. Dadurch wird deutlich, dass nicht nur die Übertragung von Technologien, sondern auch der Transfer von oft stark personengebundenem Wissen zur Nutzung und Weiterentwicklung dieser Technologien wichtig ist. Wissens- und Technologietransfer wird hier als wechselseitiger Transferprozess verstanden.

In den letzten Jahren hat Wissens- und Technologietransfer eine Verständnisausweitung erfahren.

Der Transfer von Wissen und Technologie zwischen den Akteuren kann in beide Richtungen laufen. Es handelt sich nicht nur um die einseitige Übertragung von Wissen und neuen Technologien aus der Wissenschaft in die Wirtschaft, sondern auch um den notwendigen Erfahrungsrückfluss aus der Anwendung neuer technologischer Erkenntnisse in die wissenschaftliche Forschung. Wissens- und Technologietransfer umfasst damit den wechselseitigen Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leistungen. Dadurch sollen  Innovationen hervor gebracht werden.

Viele erfolgreiche Transferprojekte zeigen, dass die Erweiterung des Begriffes Technologietransfer um die Wissenskomponente sinnvoll ist und mehrere Vorteile hat:

  • Der Schwerpunkt liegt nicht mehr länger auf der ausschließlichen Betonung der Übertragung von Technologien, sondern schließt ebenso die Vermittlung des zur Nutzung und Weiterentwicklung nötigen Wissens ein.
  • Wissens- und Technologietransfer funktioniert am besten durch Zusammenarbeit von Personen, die gemeinsam über Erfahrungen in den benötigten Wissensgebieten verfügen.
  • Die Bedeutung von implizitem Wissen (stark an die Person gebunden) und Erfahrungen im Innovationsprozess wird in die Betrachtung mit einbezogen.
  • Der Wissens- und Technologietransfer ist ein wechselseitiger Prozeß.
 
In diesem Sinne wird Wissens- und Technologietransfer als wechselseitiger Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leistungen definiert. Dieser Transfer erfolgt zwischen den beteiligten Personen mit dem Ziel der Hervorbringung von Innovationen.

Der Wissens- und Technologietransfer wird damit zu einem wichtigen Bestandteil des Innovationsprozesses mit drei zentralen Funktionen:

  • externe Beschaffung von externem Wissen- und extern verfügbaren Technologien,
  • externe Verwertung und Transport von Wissen und Technologien
  • unternehmensinterne Übertragung von Wissen und Technologien zwischen den einzelnen Schritten eines Innovationsprozesses.